Geschichte der
Marie-Seebach-Stiftung

Marie Seebach (1829 - 1897)
Schauspielerin und Mäzenin

Rein das Herz, hoch der Sinn, rastlos das Streben!
Wahlspruch von Marie Seebach

Sie war eine große Schauspielerin in ihrer Zeit, auf den Bühnen Europas und Nordamerikas wurde sie gefeiert. Mit großem Können spielte sie die klassischen Frauenrollen, ob als Goethes unsterbliches Gretchen, als Schillers Luise Miller oder als Maria Stuart - das Publikum lag ihr zu Füßen. Auch am Weimarer Hoftheater gastierte sie mehrfach mit großem Erfolg.

Rastlose Bühnentätigkeit prägte das Leben von Marie Seebach. Für eine Frau und Künstlerin ihrer Zeit waren große Tourneen, die sie bis in die USA führte, ungewöhnlich. Sie war eine jener wenigen Schauspielerinnen im 19. Jahrhundert, denen es gelang, finanziell unabhängig zu sein und zu Wohlstand zu gelangen.

Ihr Privatleben stand im Gegensatz zu ihren beruflichen Erfolgen unter keinem guten Stern. Ihre Ehe mit Albert Niemann, einem berühmten Wagner Sänger, zerbrach.
Den schwersten Verlust erlitt Marie Seebach, als ihr einziger Sohn Oskar mit 32 Jahren verstarb.

Marie Seebach beschloss ihr nicht unbeträchtliches Vermögen, welches eigentlich für ihren Sohn bestimmt war, dafür zu verwenden, alternden Schauspielern einen sorgenfreien Lebensabend zu bereiten. Mit großer Willenskraft setzte sie dieses Vorhaben, zusammen mit Freunden und vor allem ihrer Schwester Wilhelmine im Oktober 1895 in Weimar in die Tat um.

“Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze“
Friedrich Schiller - Prolog zu Wallensteins Lager

Der Ruhm von Marie Seebach ist im Laufe der Zeit verblasst, doch ihre soziale Leistung ist in die Geschichte eingegangen.

Mitarbeiter
Günter Moderegger
Render-Time: -0.846172